Mit KI aus unserem englischen Quiz auf Deutsch erstellt; die Quellen verweisen auf die deutsche Wikipedia.
Nikotin ist der Stoff, der Tabak zur Volksdroge gemacht hat: ein Pflanzengift, das in Sekunden im Gehirn ankommt und je nach Dosis anregt oder entspannt. Dieses Quiz fragt nach Geschichte und Chemie, nach der Wirkung im Körper, nach Sucht und Entwöhnung und nach dem Einsatz als Insektengift und im Liquid. Von der leichten Einstiegsfrage bis zum Stoff für Fachleute ist alles dabei.
Alle 30 Fragen mit Antworten und Erklärungen. Quiz spielen
Q 01Welchem Seefahrer wurde 1492 bei der Ankunft in der Neuen Welt getrockneter Tabak präsentiert?
Christoph Kolumbus
In Amerika hatte die Pflanze da schon eine lange Geschichte: Rituell genutzt wurde sie spätestens seit dem 10. Jahrhundert.
Q 02Welches körperliche Verlangen nimmt durch die Zufuhr von Nikotin ab?
Appetit
Zugleich regt der Stoff die Verdauung an: Magensaftproduktion und Darmtätigkeit nehmen zu.
Q 03Auch Auberginen enthalten etwas Nikotin – zu welcher Pflanzenfamilie zählen sie wie der Tabak?
Nachtschattengewächse
In Kartoffeln steckt der Stoff ebenfalls, allerdings in weit geringeren Mengen als im Tabak.
Q 04Zu welcher Gruppe pflanzlicher Naturstoffe gehört das Nervengift Nikotin?
Alkaloide
Die Tabakpflanze bildet den Stoff, um Fressfeinde abzuwehren; je nach Dosis wirkt er auf Nervenknoten erregend oder lähmend.
Q 05Welcher Botenstoff verstärkt beim Rauchen das Konsumverhalten bis hin zur Abhängigkeit?
Dopamin
Körperlich abhängig kann man schon nach wenigen Zigaretten oder wenigen Tagen mit geringem Konsum werden.
Q 06Welche Darreichungsform von Nikotin hat fast kein Abhängigkeitspotenzial?
Pflaster
Auch geschlucktes oder gekautes Nikotin macht deutlich weniger abhängig als Tabakrauch, in dem weitere Stoffe die Suchtwirkung verstärken.
Q 07Welches Hormon schüttet der Körper unter dem Einfluss von Nikotin vermehrt aus?
Adrenalin
Die Folgen sind kurzfristig ein schnellerer Herzschlag, verengte Blutgefäße in Armen und Beinen und ein höherer Blutdruck.
Q 08Welches Volk Amerikas konsumierte Tabak spätestens seit dem 10. Jahrhundert bei Ritualen?
Maya
Nach Europa kam die Pflanze erst Jahrhunderte später; 1560 erreichten ihre Samen den französischen Königshof.
Q 09In welchem Pflanzenteil stellt die Tabakpflanze ihr Nikotin her?
Wurzeln
Erst wenn die Pflanze reift, wandert der Stoff nach oben ins Laub und erreicht dort einen Massenanteil von bis zu 7,5 Prozent.
Q 10Wie viele Sekunden nach dem Inhalieren kommt Nikotin im Gehirn an?
10 bis 20
Wirksam wird dabei nur ein kleiner Teil: Vom Nikotin im Hauptstromrauch bleibt beim Inhalieren höchstens etwa ein Fünftel im Körper.
Q 11In welchem Land war Jean Nicot, der Namensgeber des Nikotins, französischer Botschafter?
Portugal
Von dort schickte er 1560 Tabaksamen an den französischen König, der die Pflanze als Heilmittel fördern ließ.
Q 12Für welche Nervenkrankheit ist die Erkrankungswahrscheinlichkeit bei Nikotinkonsum geringer?
Morbus Parkinson
Nikotin und einige seiner Abbauprodukte werden deshalb als mögliche Therapie untersucht, ebenso bei Depressionen von Nichtrauchern.
Q 13Wie viele Milligramm Nikotin enthält der Tabak einer Zigarette im Durchschnitt etwa?
12
Das meiste davon verbrennt beim Rauchen einfach; der Rauch selbst darf in der EU höchstens ein Milligramm pro Zigarette liefern.
Q 21Ab wie vielen Milligramm verschlucktem Nikotin galt lange Lebensgefahr für Erwachsene?
60
Die Annahme ging auf den Toxikologen Rudolf Kobert zurück, der sie 1906 aus Versuchen mit nur 2 bis 4 mg ableitete.
Q 22Wie heißt die von Nikotin geförderte Bildung neuer Blutgefäße in der Fachsprache?
Angiogenese
Vorhandene Krebsgeschwulste werden dadurch besser mit Nährstoffen versorgt und können schneller wachsen.
Q 23Auf welche Pflanze pfropft man Tabak, um nikotinfreien Tabak zu gewinnen?
Tomate
Der Trick funktioniert, weil die Tabakpflanze ihr Nikotin fast ausschließlich unterirdisch bildet und nicht im Laub.
Q 14Wie viel Prozent der Raucher werden ohne Hilfsmittel binnen sechs Monaten rückfällig?
97
Die Zahl stammt aus einer Metaanalyse von 103 randomisierten, Placebo-kontrollierten Studien zum Rauchstopp.
Q 15An Rezeptoren für welchen körpereigenen Botenstoff wirkt Nikotin im Gehirn stimulierend?
Acetylcholin
Solche Rezeptoren sitzen auch im Nebennierenmark, in Nervenknoten des vegetativen Nervensystems und an den motorischen Endplatten der Muskeln.
Q 16Welche Farbe nimmt reines, zunächst farbloses Nikotin an der Luft rasch an?
Braun
Bei Zimmertemperatur ist der Reinstoff eine ölige Flüssigkeit, die sich in Wasser löst und mit Wasserdampf flüchtig ist.
Q 17Wie viele Stunden beträgt die Halbwertszeit von Nikotin im Blutplasma?
1–2
Abgebaut wird der Stoff vor allem durch das Enzym CYP2A6; das Hauptprodukt bleibt deutlich länger im Blut.
Q 18Zu welchem Hauptabbauprodukt verstoffwechselt das Enzym CYP2A6 Nikotin?
Cotinin
Der Stoff bleibt deutlich länger im Blutplasma als Nikotin selbst und wird teils ausgeschieden, teils weiter umgebaut.
Q 19Welches Insektizid auf Organophosphat-Basis diente im Pflanzenschutz als Ersatz für Nikotin?
E605
Reines Nikotin gilt als gut pflanzenverträglich und biologisch abbaubar, ist als Spritzmittel aber seit den 1970er Jahren verboten.
Q 20An welcher Universität wurde Nikotin 1828 im Rahmen eines Wettbewerbs erstmals isoliert?
Heidelberg
Dem Chemiker Karl Ludwig Reimann und dem Mediziner Christian Wilhelm Posselt gelang das; sie nannten den Stoff zunächst Nicotianin.
Q 24Wie viel Prozent des aufgenommenen Nikotins scheiden die Nieren unverändert aus?
10
Der große Rest wird im Körper chemisch umgebaut, unter anderem zu Nornicotin und Hydroxynicotin.
Q 25Aus welcher Stadt kam 2014 die Korrektur der tödlichen Nikotindosis auf über 500 mg?
Graz
Der Pharmakologe Bernd Mayer von der Karl-Franzens-Universität widerlegte damit einen Wert, der letztlich auf Selbstversuche eines Arztes von 1856 zurückging.
Q 26Nikotin besteht aus zwei verbundenen Ringen: Pyridin und welchem zweiten?
Pyrrolidin
Die Struktur klärten Adolf Pinner und Richard Wolffenstein auf; in der Natur kommt nur eine der beiden spiegelbildlichen Formen des Moleküls vor.
Q 27Welche Stoffe im Tabakrauch verstärken die Suchtwirkung von Nikotin?
Monoaminooxidase-Hemmer
Darum macht pures Nikotin laut Tier- und Humanstudien nur wenig süchtig, Zigarettenrauch dagegen sehr stark.
Q 28Wie heißt das Phänomen, dass Nikotin je nach Dosis anregend oder entspannend wirkt?
Nesbitt-Paradox
In geringen Dosen ist Nikotin vor allem ein Stimulans, in mittleren beruhigt es; erst hohe Konzentrationen sind für höhere Tiere sehr giftig.
Q 29Welcher Chemiker wies 1850 nach, dass Hippolyte Visart de Bocarmé mit Nikotin gemordet hatte?
Jean Servais Stas
Das Opfer war Gustave Fougnies; der Nachweis gelang nur 22 Jahre, nachdem der Stoff überhaupt erstmals isoliert worden war.
Q 30Welches Enzym, das Wachstum und Absterben von Zellen kontrolliert, aktiviert Nikotin?
Proteinkinase B
Die Zellen überleben dadurch leichter – günstig, solange sie gesund sind, aber schädlich, falls sie später zu Krebszellen mutieren.